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Philippinen - Tagebuch 2007/08

Das einzige Tagebuch, das ich jemals geführt habe.
Inhalt sind die Erlebnisse aus dem halben Jahr, welches ich 2007/2008 als Student in Manila auf den Philippinen verbracht habe.

Bonsai Garden

29.02.2008
Habe heute einen ganz geheimen Platz in der UP Diliman besuchen dürfen.
Geheim deshalb, weil ihn fast keiner kennt (Studenten schon überhaupt nicht), obwohl er öffentlich zugänglich ist: Der Bonsai Garden
Eine wunderschöne Anlage am Rand der UP Diliman, gepflegt, sehr grün mit vielen Bäumen (Bonsai und normale).

Jasmin hat ihn vor ein paar Tagen zufälig entdeckt, weil dort ein Vortrag stattgefunden hat.
Jasmin und Ken sind übrigens 2 Informatik-Studenten, mit denen ich meistens meine Zeit verbringe, wenn ich auf der Uni bin und gerade keine Vorlesungen habe.

Jedenfalls haben wir 3 uns ein bisschen Essen und Getränke mitgenommen und sind am frühen Nachmittag zum Bonsai Garden spaziert. Mittagessen im Grünen schmeckt gleich viel besser als in einer überfüllten Kantine irgendwo am Campus.
Auf dem Weg haben wir uns noch jeder eine Portion Fish-Balls mitgenommen. Das sind kleine Teig-Kügelchen mit Fischgeschmack, die im Öl frittiert und dann mit scharfer Chili-Sauce gegessen werden. Werden in den Philippinen an jeder Ecke in Straßenküchen für ein paar Pesos verkauft - man bekommt einfach ein Stäbchen und spießt sich ein paar Stücke direkt aus dem Wok auf.
Ich habe Fish-Balls vorher nocht nicht gegessen, muss aber sagen, sie schmecken eigentlich gar nicht schlecht.
Bonsai Garden
Bonsai Garden
Ich, Jasmin und Ken beim Bonsai Garden
Ich, Jasmin und Ken be...
Bonsai Garden
Bonsai Garden

Los Baños - Mount Makiling

24.02.2008
Der aktuelle Sonntagsausflug hat mich auf den Mount Makiling geführt.
Dieser kleine Berg liegt hinter dem Städtchen Los Baños, im Südosten von Manila. Mit dem Autobus ist man in 2 Stunden dort.
Der Berg selbst ist ein seit langem erloschener Vulkan, der komplett mit Regenwald bedeckt ist.
Das gesamte Areal ist Naturschutzgebiet und gehört der UPLB (University of the Philippines Los Baños), die am Fuß des Mount Makiling steht und dort Regenwaldforschung betreibt.

Der recht gut erhaltene Wanderweg führt bis auf den Gipfel, dessen Besteigung etwa 2 Stunden in Anspruch nimmt. Glücklicherweise hält sich der Besucherstrom sehr in Grenzen, der Durchschnittsphilippiner ist einfach zu faul, am Wochenende wandern zu gehen.
Da ich schon relativ spät dran bin, biege ich auf der halben Strecke zu Mud Springs ab. Das sind 80 Grad heiße Quellen, die aus einem kleinen, brodelnden See aus Schlamm an die Oberfläche kommen. Letzte Relikte eines erloschenen Vulkans eben.

Leider geht der Tag viel zu schnell zu Ende und ich muss mich in der Dämmerung wieder von der Natur verabschieden und mich auf den Rückweg nach Manila machen.


Mud Springs am Mount Makiling
Mud Springs am Mount Makiling
Mud Springs am Mount M...
Weg auf den Mount Makiling
Weg auf den Mount Maki...
Irgendwo am Mount Makiling
Irgendwo am Mount Maki...
Blume
Blume
Eingang Mount Makiling von der UP Los Baños
Eingang Mount Makiling...

Zentrum von Manila (Tondo, Sampaloc)

17.02.2008
Habe heute, da Sonntag und nicht besseres zu tun, einen kleinen Ausflug ins den nördlichen Teil des eigentlichen, alten Stadtkern von Manila unternommen.
Liegen hier die Anfänge von Metro Manila, mittlerweile ein Konglomerat aus 11 Städten (eine davon Manila), so zählt diese Gegend heute zu einer der ärmsten der Region, wenn nicht der Philippinen.

Vor allem der östliche, an der Küste gelegene Statdteil Tondo ist eine recht verrufene Gegend, nicht zuletzt, weil sich hier die größten Slumgebiete der Philippinen befinden. Kriminalität, Bandenkriege, Mord und Totschlag sollen hier an der Tagesordnung stehen, vor einem Betreten wird eindringlich gewarnt.
Gewarnt war ich, und so bin ich in meinen alten Jeans und einem ausgewaschenen T-Shirt von der Endstation der Metro losspaziert. Mit dem Vorsatz, die Staßen, auf denen viele Leute sind, nicht zu verlassen und jederzeit umzudrehen, wenn mir das ganze nicht geheuer ist.

Zunächst vorbei am Tutuban Center (einem Einkaufszentrum) und der Tutuban Station (der Hauptbahnhof, auf dem wider Erwarten gar nichts los war) erreiche ich eine Kirche, in der gerade eine Totenmesse stattfindet. Hier, in Tondo, dem ärmsten Teil Manilas, hält ein Pfarrer in perfekten Englisch eine rührende Rede, die sogar durch Lautsprecher nach außen übertragen wird. Es ist unglaublich! Die Kirche selbst ist bis auf den letzten Platz gefüllt, sogar vor dem offenen Eingangstor stehen einige Menschen und wohnen dem Ereignis bei.

Ich reiße mich los und folge an der nächsten Kreuzung einer breiten Straße Richtung Meer. Ein Stück weiter noch um eine Markthalle herum und ich stehe mitten in Tondo - ein Manila, das ich mir bisher nicht annähernd vorstellen habe können und so auch nicht erwartet habe.
Auf der Straße sind relativ viele Leute, mache sind unterwegs, andere stehen herum und unterhalten sich. Die Bebauung ist ziemlich dicht, aber es sind nette, kleine Häuschen, die an die Kolonialzeit erinnern. Vieles ist renovierungsbedürftig, keine Frage. Aber Slums gibt es in diesem Teil von Tondo jedenfalls nicht.
Gelegentlich fährt ein Auto oder Jeepney durch die Straßen, ansonsten sind Pedicabs unterwegs (das sind Fahrräder mit Beiwagen, in denen Passagiere befördert werden). Tricycles gibt es keine.
Durch den wenigen motorisierten Verkehr ist es hier sehr ruhig, die Stimmung allgemein wirkt sehr entspannt. Überhaupt kein Grund, sich zu fürchten.
Als ich am abgesperrten Hafengelänge ankomme, drehe ich um und gehe wieder zurück Richtung Bahnhof Tutuban Station.

Dort ist immer noch nichts los, somit mache ich mich auf den Weg Richtung Blumentritt, der nächsten Bahn-Station in Sampaloc, einem angrenzenden Statdviertel.
Kaum bin ich aus Tondo draussen, herrscht wieder Business as usual: Massenweise Jeepneys, Tricycles und der übliche Lärm.

An der Bahnlinie in Blumentritt sehe ich dann die bekannten Slums entlang der Schienen, direkt daneben befindet sich ein großer Markt. Dort bekommt man alles zu kaufen, was der Mensch so braucht: Haushaltswaren, CD's, Kleidung, Obst, Gemüse, Fleisch, Fisch und fertige Mahlzeiten von Straßenküchen.
Zum ersten Mal auf den Philippinen sehe ich wieder saftige, rote Paradeiser, ich bin überrascht. Ansonsten bekommt man ja nur grüne, unreife zu kaufen.
Allgemein fühlt man sich hier wieder so, wie überall in Manila, wenn man von den Slums an der Bahnlinie absieht. Das eigentümliche Flair gibt es wirklich nur in Tondo.

Die Bahnlinie selbst ist in einem erschreckenden Zustand: Ein Wunder, dass die Züge hier nicht entgleisen.
Der Zug fährt nicht schnell und mit dauerhaften Hupen, trotzdem werden regelmäßig Slum-Bewohner überfahren, deren ganzes Leben sich an den Gleisen abspielt.
Die Waggons selbst sind uralt und würden viel eher auf einen Schrottplatz als zu einem regulären Bahnbetrieb passen.

Ich decke mich auf dem Markt noch mit einem kleinen Vorrat an Obst ein, das hier eine gute Qualität hat, aber wesentlich billiger ist als in Quezon City und begebe mich dann zur nahe gelegenen Metro-Station der LRT 1, um die Heimreise anzutreten.

Blumentritt Market in Sampaloc, Manila


Bahn in Manila: Blumentritt, Sampaloc, Manila
Markt in Sampaloc (Manila) - Direkt neben der Bahn
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Santa Monica Church in Tondo: Hier findet gerade e
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Irgendwo in Tondo
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Leben an der Bahnstrecke in Sampaloc (Manila)
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Es fährt ein Zug
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Barangay Hall irgendwo in Sampaloc (Manila)
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Leben an der Bahnstrecke in Sampaloc (Manila)
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Taal Vulkan

10.02.2008
War heute mit den Österreichern beim Taal-Vulkan. Das ist einer der kleinsten Vulkane der Welt (seit den 70er Jahren nicht mehr aktiv), 2-3 Autostunden südlich von Manila als Insel in einem See gelegen.

Das viele Touristen dort sein werden, habe ich erwartet. Aber das ganze drumherum war mir dann wirklich zuwider.
Zunächst wird man mit einem kleinen Boot zur Insel gebracht. Dort warten schon ein paar Dutzend Frauen, die einem einen Mundschutz (so etwas, das Arbeiter gegen Staub verwenden) verkaufen wollen: "Very dusty!". Ich frage gar nicht nach dem Preis und bin erst einmal eine Weile beschäftigt, eine Verkäuferin nach der anderen abzuwimmeln.
Dann geht es mit einem Pferd den kleinen Vulkankegel hinauf. Einen richtigen Fußweg gibt es nicht, nur einen staubigen, sandigen Pfad, auf dem die Pferde im Kolonnenverkehr die Touris hinaufschleppen.
Pferd ist übrigend etwas übertrieben, das sind ponygroße, kaputtgerittene, arme Tiere. Auf dem halben Weg setzt sich sogar der Führer, der mit jedem Pferd mitgeht, hinter einen auf den armen Klepper. In Österreich würde man ein Pferd dieser Größe von keinen erwachsenen Menschen reiten lassen, so etwas wäre jedenfalls Tierquälerei.

Oben angekommen, steige ich erst einmal ab und richte mir den Rucksack zurecht, während mir schon wieder jemand etwas verkaufen will. Nein, doch nicht, aber fast - ich soll meinem Führer für 50 PHP (85 Eurocent) ein Cola bezahlen (das ist mehr als das doppelte von Normalpreis). Bis ich verstanden habe, worum es geht, trinkt er bereits. Ich weigere mich, zu zahlen, da ich mich zu so etwas nicht nötigen lasse, und gehe. Am Kraterrand kann man sich selbst für 50 PHP etwas zu trinken kaufen, worauf ich gut verzichten kann. Außerdem kan man für 300 PHP (5 Euro) mit einer echten Pistole auf Plastikflaschen schießen.
Ein bisschen Ruhe hätte ich gerne, um die Aussicht genießen zu können, aber so etwas gibt es hier nicht.

Auf dem Rückweg gehe zu Fuß, da ich keine Lust habe, mich noch einmal auf diesen maroden Gaul zu setzen. Die Filipinos verstehen es zwar nicht, aber was soll's.

Am Rückweg machen wir noch an einem auf einem kleinen Berg gelegenen Aussichtspunkt Halt, dann geht es im zähen Abendverkehr zurück nach Manila.
Pfad zum Krater
Pfad zum Krater
Kratersee
Kratersee
Lake Taal: In der Mitte der Insel befindet sich de
Lake Taal: In der Mitt...
Pferdestation am Krater
Pferdestation am Krater
Ein Nebenkrater
Ein Nebenkrater

Österreicher in Manila

08.02.2008
Seit Mittwoch sind ein paar österreichische Studenten im Rahmen von ASEA-Uninet für 2 Wochen in Manila. Das ganze nennt sich Asian-Studies und bietet Studenten aus ganz Österreich die Möglichkeit, die Philippinen in den Semesterferien kennenzulernen. Dazu unternehmen sie Ausflüge und hören sich Vorträge von Proffesoren an der UP Diliman an.
ASEA Uninet ist übrigens die von der Uni Innsbruck in Leben gerufene Austauschorganisation, über die auch ich meine Zulassung an der UP Diliman bekommen habe.

Dazu waren wir am Mittwoch in der Residenz des österreichischen Botschafters in Manila eingeladen. Ja, es ist wahrlich eine Residenz mit einem wunderschönen Haus, einem großen Garten und einem Swimming-Pool.
Das Essen war sehr gut, es hat sogar österreichischen Wein gegeben, im Hintergrund sind Wienderlieder gespielt worden und wir haben uns ausgezeichnet unterhalten. Schön, wieder einmal so ein bisschen österreichisches Flair zu erleben.

Gestern nachmittag hatte die Gruppe frei, während sich ein Großteil auf eine Shopping-Tour begeben hat, bin ich mit 5 von ihnen, die etwas unternehmen wollten, nach Tanay zu den Daranak- und Batlag-Falls gefahren. Mit dem Jeepney über zwei Stunden Fahrzeit und drei Mal umsteigen, hatten wir nur mehr eine knappe Stunde an den Wasserfällen. Nach einer kurzen Stärkung am Markt in Tanay ging es in der Dämmerung wieder zurück, sodass wir gegen acht Uhr in Manila ankamen.
Die Tour war ob der langen Fahrzeit recht anstrengend, aber es hat sich ausgezahlt.
Meine kleine Reisegruppe war hin und weg von der Jeepneyfahrt, den Wasserfällen, zu denen es normalerweise keine Ausländer verschlägt.
Aber so soll es doch sein, oder?
Rede des österreichischen Botschafters bei de
Rede des österreichisc...
Ein Teil des Buffets beim Botschafter
Ein Teil des Buffets b...
Jeepneyfahrt nach Tanay
Jeepneyfahrt nach Tanay
Jeepneyfahrt nach Tanay
Jeepneyfahrt nach Tanay

Wochenende

02.02.2008
Eine anstrengende Woche geht langsam, aber sicher zu Ende.

Die Prüfung am Mittwoch war gar nicht so schlimm, habe 26 von 30 Punkten erreicht. Damit kann man ganz gut leben, meine ich.

Heute dann die andere Prüfung. Die war schon ein anderes Kaliber. Eigentlich als 2-stündige Prüfung angesetzt (und vorgesehen!) war sie so lange und umfangreich, dass die Professorin kurzerhand 3 Stunden daraus gemacht hat.
Meiner Meinung nach eine Frechheit, denn es hat sehr wohl einen Sinn, dass der Umfang von Prüfungen beschränkt ist. Zudem liegt es in der Verantwortung des Prüfers, diese Vorgaben auch einzuhalten.
Informatikerinnen sind eben gefährlich ...
Alles habe ich bei dieser Monster-Prüfung sicher nicht richtig, doch ich hoffe, meine Fehler halten sich in Grenzen.