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Italien 2006
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Italien 2006

10.09.2006
Dieser Urlaub ist als Campingurlaub geplant, 2-3 Wochen im September unter dem Motto: "Mit dem Auto durch Italien". Schlussendlich werden 3 Stationen daraus:
Venedig, Rom, Gardasee.

Venedig
Wir campieren in einem sehr schönen Campingplatz (Camping Miramare) in Punta Sabbioni, direkt an der Küste östlich vor Venedig. Störend sind nur einige Russen, die 2 Parzellen neben uns belegen. Bis zur Ruhezeit um 10 Uhr abends wird hier rumort, gerufen, gesoffen und laut gelacht. Und russische Volkslieder gesungen, mit Gitarrenbegleitung. Zum Glück reisen sie nach 2 Tagen ab.
Von hier kann man mit der Fähre direkt nach Venedig zum Markusplatz fahren. Ab besten nimmt man sich eine Tageskarte, damit kann man hier alle öffentlichen "Bus-Boote" benutzen. Jene, die alle mögliche Plätze in Venedig ansteuern, fahren alle paar Minuten, die Fähren zum Lido, nach Murano, Borano, zu einigen anderen Inseln und zum Festland alle 10 bis 30 Minuten. Fahrpläne hängen an jeder Station aus und gibt es gratis beim Fahrkartenverkauf.
Venedig ist wie immer eindrucksvoll, die Touristenmassen bei den Sehenswürdigkeiten sind unvermeidbar. Ob sich am Markusplatz mehr Tauben oder Urlauber befinden, ist unentscheidbar, da würde man mit dem Zählen nicht fertig.
Doch mit den Booten lassen sich auch binnen weniger Minuten ein paar sehr schöne Plätzchen anfahren, die noch nicht von Touristen okkupiert sind. Dann kann man sich ganz in Ruhe an die Mauer des Kanals setzen, die Füße hinuterbaumeln lassen, sein Mittagessen auspacken und dem in der Strömung schaukelnden Motorboot zusehen. Da erst wird das eigentliche, unvergleichliche venezianische Flair deutlich.
Einen Ausflug nach Aquileia sollte man ebenfalls einplanen. Im September ist hier touristisch nicht mehr viel los, die Kirche, der Turm und der Pfad mit den Ausgrabungen sind allemal einen Tag wert.

Rom
Autofahren in Rom ist ein Abenteuer, Verkehrsregeln werden als unverbindliche Empfehlung betrachtet, Hupe und Handzeichen sind wichtiger als Verkehrsschilder, selbst Stopp-Schilder an schlecht einsehbaren Kreuzungen stehen offenbar nur zur Zierde herum. Daß nicht alles in einem einzigen, großen Unfall endet liegt wohl daran, daß jeder so fährt, vor prekären Situationen gerade noch bremsen zu könne, wenngleich der Wagen mit quietschenden Reifen nur wenige Zentimeter davor zum Stillstand kommt.
Unser Campingplatz liegt in Lido di Ostia, einige Kilometer außerhalb Roms, vor der Mittelmeerküste in einem Pinienwald. An sich ein wirklich nettes Plätzchen, doch die Anlage ist eine Enttäuschung. Es gibt keine Parzellen, sondern nur einen großen, sandigen Platz mit freier Platzwahl. Es gibt hier fast nur Dauercamper, die mit leicht abgewrackten Wohnwägen eng aneinander in einer Art Unterholz stehen. Die Sanitäreinrichtungen sind ein Graus, die Duschen und WC's nicht belüftet (Frischluft kommt nur über die Türe hinein, die aber meistens geschlossen ist), den Schimmel freut's jedenfalls.
Nach Rom fährt man am Besten mit der Bahn (eine Haltestelle gibt es in der Nähe), die im österreichischen Vergleich billig, aber auch nicht sehr schön ist. Das Ticket ist auch noch für die Anschlussfahrt mit der U-Bahn, Straßenbahn oder mit dem Autobus gültig.
Am Forum Romanum tummeln sich viele Touristen, es ist aber nicht überfüllt. Für den auf dem Hügel liegenden Teil "Palatin" und das Kolosseum ist ein Ticket erforderlich, der Rest ist frei begehbar. Es gibt nur ein Ticket, dieses gilt für beide Stätten und ist mit 11,50 Euro wohl deutlich überteuert, doch die Touristen (mich nicht ausgeschlossen) zahlen brav. Man erwirbt es am besten (ohne Wartzeit, wohlgemerkt) bei der Verkaufsstelle am Aufgang zum Palatin, dann muß man sich nicht beim Kolosseum stundenlang (ja, wirklich) anstellen.
Alles in allem sehr beeindruckend, die Bilder sprechen für sich.
Ebenso ist in Rom der Besuch des Vatikans ein Muss. Wer sich nicht vor langen Warteschlangen und unzähligen Stiegen scheut, sollte auf jeden Fall den Aufstieg in die Kuppel des Petersdoms wagen, der Ausblick ist sehenswert. Schade, daß bei unserem Besuch gerade ein Wolkenbruch niedergeht. Auch das vatikanische Museum mit Höhepunkt Sixtinische Kapelle darf nicht ausgelassen werden. Besucher gibt es hier allerdings so viele , daß man nicht umfallen kann, ja man muss nicht einmal gehen, die Masse schiebt einen vorwärts. Und wer ganz böse ist und das Foto- und Video Verbot in der Sixtinischen Kapelle missachtet (mit Blitz fotografiere ich natürlich nicht, das gehört dort nicht hin), kann das eine oder andere gute Bild machen.
Bis auf das eigentliche Kirchenschiff im Petersdom muss man im Vatikan leider überall Eintritt bezahlen, die Preise haben es in sich.
Abgesehen von den Sehenswürdigkeiten bin ich allerdings der Meinung, daß Rom eine riesige, dreckige, nur mäßig sehens- und lebenswerte Stadt ist. Die Vororte (unter anderem Lido di Ostia) gefallen mir da schon besser.
Noch ein Nachsatz zu Lido di Ostia:
Am Wochenende findet sich hier halb Rom am Strand zum Baden ein, unter der Woche dagegen ist hier tote Hose. Die meisten Strandabschnitte sind kostenpflichtig und nicht besonders sehenswert, schöner ist der öffentliche Strand von Fregene, der allerdings nur mit einer längeren Autofahrt zu erreichen ist.

Gardasee:
Der von uns gewählte Campingplatz am Gardasee (Le Palme Camping) ist nicht nur sehr schön und äußerst gepflegt, sondern auch der billigste in unserem Urlaub.
Am See gibt es einen Fußweg der zu ausgedehnten Spaziergängen einlädt (vor allem abends nach Sonnenuntergang), zum Baden ist es leider schon ein paar Grad zu kühl.
Eine Besichtigung Veronas lassen wir aus, stattdessen beschließen wir, einen Ausflug zum Monte Baldo zu machen. Dieser Berg erhebt sich direkt am nord-östlichen Rand des Gardasees. Eine neue, große Seilbahn befördert einen im Nu auf über 1500 Meter. Der Ausblick auf den See und die umliegende Berglandschaft entschädigt sofort für den nicht zu knapp bemessenen Preis für die Fahrkarte.
Eigentlich haben wir ja zu einem Sessellift gewollt, der einen von der anderen Seite des Monte Baldo, von Prada, billiger noch höher hinauf befördert. Aber dazu hätten wir mit dem Auto einen größeren Umweg in Kauf nehmen müssen, darum haben wir unsere Pläne kurzfristig geändert.

Fazit:
Viele Stunden Autofahrt, insgesamt über 70 Euro Autobahnmaut und überteuerte Eintritte.
Doch die zahlreichen schönen Erinnerungen waren es wert.